Gabrielahütten

Gabrielahütten (Gabrielina Hut)

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Gabrielina Hu
auch Gabrielka (deutsch Gabrielahütten ) Auf dem Weg von Brandov (Brandau) entlang der Staatsgrenze, entgegen der Strömung der Natzschung (Na etínsk potok) erreicht man nach 4 Kilometern an der Einmündung des Tölzschbaches (Tel sk potok) eine Lichtung. Nur anhand der touristischen Zeichen erfährt man, dass hier in der Vergangenheit ein Industriedorf Gabrielina Hu . existierte Sie lag in einer Höhe von 585 Meter ü.M. Gegründet 1779 von Heinrich Franz, Graf von Rottenhan, Eigentümer von Rothenhaus ( erven Hrádek), der hier eine neue Eisenhütte erstellte. Zu Ehren seiner Tochter Gabriela benannte er nicht nur die Hütte sondern auch das Dorf. In einigen verstreuten Häusern lebten hier zuvor Köhler und Waldarbeiter. Zuvor bestand hier schon der Ort Töltsch (Tel ), dessen Ursprung auf 1632 datiert wird. 1780 wurde auch die Thunská silnice (Thunstraße) nach do Rudolice v Horách gebaut, die Straße nach Brandau erst 1833. Ab 1869 war das Dorf Ortsteil von Kallich (Kalek); nach 1938 kam sie zu Brandov.
Grund für den Bau der Hütte war das hohe Vorkommen von Holz. Später (1749) wurde wegen Wassermangels in Kallich das dortige Werk teilweiese hierher verlegt. Das Erz wurde von den Bergwerken aus dem Nordwestlichen Teil Chomutovs antransportiert. Das hiesige Werk hatte lange Zeit nur einen Hammer für die Eisenbearbeitung. 1809 kam es zu großen Veränderungen. Gabriela heiratete Georg Franz August, Graf von Buquoy. Dies war ein sehr gebildeter Mann, der in seinem Herrschaftsbereich die Entwicklung der Industrie förderte. Das Werk wurde erweitert und damit auch die Kapazitäten. Im Werk integriert wat auch eine Aufbereitungsanlage zur Verarbeitung von Farbabfällen.
Gabrielina Hu hatte einen Hochofen, der 1817 in einen Stahlschmelzofen umgebaut wurde, eine Erzpresse, drei Stangenhämmer, Blechschere und Zinnerei. 1835 wurde ein Blechwalzwerk gebaut, das 1842 um ein Zinnwerk zur Herstellung von englischen Blankblechen erweitert wurde. Angetrieben wurden die Maschinen mit Dampf- und Wasserkraft. 1857 kam ein Dampfkraftwerk mit einem Siemens Generator hinzu. 1858 wurde eine Maschine zur Herstellung von Schindeln installiert.
1864 übernahm Gräfin Isabella Trauttmannsdorf, geborene Buquoy die Werke. Durch die Konkurrenz der Stahlwerke in Kladno und Ostrava kam es um 1860 zum Preisverfall der Stahlprodukte. Hinzu kam die Knappheit an Steinkohle. Auch die Verkehrsinfrastruktur bereitete immer größere Sorgen. Die Produktion sank ständig. 1867 wurde im Werk Gabrielina Hu die Produktion eingestellt, ein Jahr später auch in Kallich.
Die Gräfin verkaufte 1871 beide Werke den Eisenwerken in Chomutov. Aber auch diese Eisenwerke wurden 1874 liquidiert und damit auch die Werke Kalk und Gabrielina Hu . Zwar haben wir neue Eigner nochmals versucht das Werk ins Leben zu rufen, es wurde auch sechs Jahre betrieben aber dann 1882 definitiv eingestellt und die Fabrik demontiert und verkauft. 1876 errichtete Karl Engelhart aus Rübenau in Sachsen eine Fabrik zur Herstellung grauer Wellpappe. Ein weiterer Unternehmer stellte Holzteile für Kindergewehre her. Das im Dorf befindliche Papierwerk brannte 1894 ab.
Das Dorf Gabrielina Hu war nie ein großes Dorf, es hatte weder eine Kirche noch einen Friedhof. 1838 wurde eine Einklassenschule eingerichtet, die 1883 aufgelöst wurde. Im Dorf gab es zwei Gastwirtschaften, deren Inhaber auch eine Metzgerei und ein Handelsgeschäft betrieben. Im Sommer lohnte sich der Betrieb. Das Dorf war bei Touristen begehrt. Im Winter war das Dorf jedoch völlig von der Außenwelt abgeschnitten.
Nach der Beendigung der industriellen Produktion bleiben nur noch einige Waldarbeiter im Dorf. Die meisten siedelten nach Kallich bei Brandau um. Nach der Zwangsumsiedlung der Deutschen 1945 wurde das Dorf nicht mehr besiedelt. Die Bauten wurden 1959 abgerissen. Die meisten Einwohner hatte das Dorf mit 275 im Jahr 1847. Die Zahl sank bis 1938 auf 122 Deutsche.
Heute gehört die Gegend zum Naturschutzpark, der mit einer Fläche von 64 Hektar, am 23. Oktober 2000 ausgerufen wurde. Das Reservat besteht größtenteils aus Buchen und Ahornwäldern. Es erstreckt sich über die westlichen Hänge, bis zum nördlichen Teil von Tel ské údolí, in der Umgebung von D lní vrchu (704 m). Im Osten begrent ein Weg das Gebiet der von Rudolice v Horách bis nach Brandov führt. Südlich endet der Naturpark Am Gabrielin Bach.

Zwischen 1953 und 1955 wurden alle Häuser von Gabrielahütten abgerissen, nur dem kundigen Auge zeigen heute ein paar Sträuchergruppen, die auf den Fundamenten wachsen, und verfallene Kelleröffnungen die einstigen Wohnstätten diesen kleines Ortes.

Gabrielahütten

Gabrielahütten

Gabrielahütten, altes Walzwerk (im Hintergrund Gaststätte "Böhmische Schweiz")

Gabrielahütten heute

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